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An Türen klopfen

Aufsuchende Sozialarbeit

Seit 20 Jahren sind wir einmal in der Woche rund um die Langstrasse und im Niederdorf unterwegs, um Sexarbeiterinnen und Trans-Frauen zu kontaktieren. Neben Infomaterial verteilen wir auch Sandwiches und Kuchen, die wir jeweils von einer Bäckerei erhalten.

Wir begegnen den Sexarbeiterinnen auf Augenhöhe, mit Würde und Respekt. Sie sind die Expertinnen für ihre Situation, nicht wir. Unser Ziel ist es, Ansprechpersonen für sie zu sein, ihnen Informationen zugänglich zu machen, sie bedürfnis- und ressourcenorientiert zu begleiten und zu beraten und ihre Rechte zu stärken.

Wir glauben an die bedingungslose Liebe Gottes zu allen Menschen, besonders zu den Menschen am Rande der Gesellschaft. Diese Liebe versuchen wir authentisch und unaufgeregt zu leben und weiterzugeben.

Durch unsere regelmässige Präsenz sind im Laufe von zwei Jahrzehnten viele Beziehungen entstanden. Im Durchschnitt sprechen wir mit 30 bis 40 Frauen pro Nacht. Einige begleiten und beraten wir schon seit Jahren, aber wir haben auch immer wieder neue Kontakte.

Niederschwellige Anlauf- und Beratungsstelle

Jeden Dienstag ist ab 23 Uhr unsere Anlauf- und Beratungsstelle an der Müllerstasse 87 geöffnet, wo Sexarbeiterinnen und Transfrauen gratis etwas essen und trinken können, sich mit Infomaterial eindecken, bei einer Pause erholen und nach Bedarf für ein Beratungsgespräch vorbei kommen können.

Im Durchschnitt haben wir zwischen 50 und 60 Besucherinnen pro Nacht.

Beratungen und Begleitungen

Zwei Nachmittage in der Woche sind wir in unserem Büro an der Dienerstrasse 76 für Einzelberatungen und Gespräche da. Wir begleiten die Sexarbeiterinnen bei Bedarf auch auf Ämter oder andere Fachstellen, besuchen sie zu Hause und im Spital oder begleiten sie bei der Arbeits- und Wohnungssuche.

Wir arbeiten gut vernetzt mit andern NGOs oder staatlichen Organisationen in Zürich und in der Schweiz.

In der Schweiz arbeiten gegen 20'000 Frauen als Sexarbeiterinnen, alleine in Zürich sind es um die 4'000 legale Sexarbeiterinnen, die eine Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung haben. Dazu kommen viele Frauen aus Drittstaaten ohne legalen Aufenthaltsstatus.

Für viele von ihnen ist Sexarbeit die einzige Möglichkeit, sich selber und ihre Familien im Herkunftsland zu finanzieren. Und so gesehen ist es eine Möglichkeit, der Armut zu entkommen.

Auch wenn Sexarbeit ein knallhartes Geschäft ist, das oft unter prekären und schlechten Bedingungen ausgeübt wird und viele Opfer fordert, ist trotzdem klar zu unterscheiden zwischen Opfern von Menschenhandel und Sexarbeiterinnen, die selbständig arbeiten.

Es gehört darum auch zu unseren Aufgaben, auf die Arbeits- und Lebensbedingungen zu achten, untern denen die Menschen im Sexgewerbe leben, uns für bessere Arbeitsbedingungen einzusetzen und Opfer von Menschenhandel zu erkennen.


  Letzte Änderung 31-07-2018 - rahab@rahab.ch